Philipp Goldbach
Voyage of the beagle (C.Darwin), 2011
In Voyage of the Beagle (C. Darwin) überträgt Philipp Goldbach Darwins Forschungsreise in ein zeichnerisches Experiment der Zeit. Statt die Expedition darzustellen, schreibt Goldbach das Buch Zeile für Zeile mit einem Druckbleistift ab – ein streng methodischer Vorgang, der den wissenschaftlichen Text in eine körperliche, zeitgebundene Handlung übersetzt. Jede Linie ist Abschrift, jede Verdichtung folgt der Dauer des Lesens und Schreibens. Das Buch wird nicht interpretiert, sondern vollständig als Geste reproduziert.
Die Zeichnung ist exakt nach den Buchmaßen vermessen – als würde das Werk das Medium, in dem Wissen entsteht, kartografieren. Der Text verliert seine Lesbarkeit und gerinnt zu einer dichten, grafischen Oberfläche. Was bleibt, ist kein Bild der Reise, sondern ein Bild der Arbeit, die Wissen hervorbringt: Sammeln, notieren, wiederholen, präzisieren.
Voyage of the Beagle zeigt Erkenntnis als Prozess, der Zeit verbraucht und Spuren hinterlässt. Der einfache Druckbleistift wird zum Instrument historischer Übertragung; die Abschrift verwandelt den wissenschaftlichen Text in einen physischen Speicher von Dauer und Konzentration. Goldbach inszeniert die Expedition als Zeichnung, die nicht erklärt, sondern zeigt, wie Wissen entsteht – durch Hand, Geduld und Wiederholung.
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Bleistift auf Papier
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193 x 150 cm
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Unikat