Peles Empire
Sylva 3, 2017
Die Serie Sylva von Peles Empire entfaltet ein vielschichtiges Spiel aus Architektur, Reproduktion und malerischer Überformung. Die großformatigen Arbeiten verbinden fotografische Ansichten des rumänischen Schlosses Peleș mit fließenden, marmorartig wirkenden Strukturen aus Gießharz. Das Duo – benannt nach ebendiesem Schloss – verfolgt seit Jahren die Frage, was ein Bild über Raum aussagen kann und wie sich Geschichte durch unzählige Kopien, Perspektivwechsel und mediale Transformationen verschiebt. Mit Sylva radikalisiert sich dieser Ansatz.
Die Schwarz-Weiß-Motive zeigen Fragmente des Schlosses: Fassaden, Balkone, Statuen oder konstruktive Stützen im Park. Sie wirken wie historische Dokumente, zugleich aber wie digital verzerrte Bildschirmbilder. Über diese fotografische Ebene legt sich eine zweite Schicht: organische Ströme aus Harz, die wie träge verhärtete Bewegung wirken – ein Stillstand, der Bild und Architektur gleichzeitig in die Zukunft und in die Vergangenheit versetzt. Der Gegensatz zwischen statisch–gebaut und flüssig–malerisch erzeugt Reibung: Die Harzflächen scheinen das Bild zu überfluten, als würde sich Geschichte nicht bewahren, sondern beständig umformen.
In Sylva wird das Schloss nicht dargestellt, sondern verhandelt. Die Serie verweigert eine klare chronologische oder räumliche Ordnung und zeigt stattdessen ein palimpsestartiges Gefüge aus Erinnerung und Spekulation. Architektur wird Bild, Bild wird Material, Material wird Landschaft. Die Harzschichten wirken wie geologische Formationen, als hätte das Bild selbst Sedimente abgelagert. In dieser “Erosion des Originals” lässt sich Sylva als Kommentar auf kulturelle Aneignung lesen: Was bleibt von einer Ikone, wenn sie permanent zitiert, kopiert und neu montiert wird?
So entwickeln die Arbeiten eine neue Art von Monumentalität: kein Denkmal einer glorreichen Vergangenheit, sondern ein Denkmal des Wandels, der Verflüssigung und der permanenten Neuschreibung von Geschichte. In Sylva ist das Schloss Peleș nicht mehr Repräsentation staatlicher Macht, sondern ein formbares, zeitgenössisches Material, das sich zwischen Bild und Objekt, Erinnerung und Konstruktion immer wieder neu erfindet.
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jesmonite, pigment, paper
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191 x 116 x 4 cm
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Unikat
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The artist and Wentrup Gallery
Sylva 7, 2017
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jesmonite, pigment, paper
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191 x 116 x 4 cm
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Unikat
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The artist and Wentrup Gallery
Sylva 9,2017
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jesmonite, pigment, paper
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191 x 116 x 4 cm
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Unikat
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The artist and Wentrup Gallery