Markus Linnenbrink

Kugeln III, 1997-2002

Markus Linnenbrink (geb. 1961) gehört zu jenen Künstlern, die Farbe nicht nur als Bildmittel, sondern als physisches Material begreifen. Seine Arbeiten entstehen aus Schichtung, Rhythmus und wiederholten gestischen Setzungen – eine Praxis, die Malerei zu einem prozessualen Ereignis werden lässt.

Kugeln III gehört zu einer frühen prozessualen Werkgruppe, in der Linnenbrink die Materialität und Schichtung seiner Malerei erstmals ins Objekthafte überführt. Die Arbeit besteht aus zahlreichen von Hand gefertigten Farbkugeln, die aus übereinandergelegten Schichten von Harz und hochpigmentierter Farbe aufgebaut sind. Jede Kugel entwickelt eine eigene chromatische Verdichtung, die sich aus dem wiederholten Umkreisen einer inneren Achse formt.

Im Ensemble entsteht ein mikrokosmisches Farbfeld: autonome Elemente, die einander ähneln und sich doch in Rhythmus, Materialfluss und Farbklang unterscheiden. Die transparente Box bündelt diese Vielfalt zu einem vibrierenden Objekt – zwischen Ordnung und Zufall, Sammlung und Streuung.

Auf spielerische, fast skulpturale Weise untersucht Linnenbrink hier die Grundlagen seiner Malerei: Farbe als Körper, Farbe als Zeitspur, Farbe als plastisches Ereignis. Kugeln III markiert einen wichtigen Schritt hin zu jener charakteristischen Formsprache, für die der Künstler heute international bekannt ist.

  • Adhesive tape balls, epoxy resin on panel. In plexiglass box.

  • 74.5 x 74.5 x 36 cm

  • Unikat - The panel verso signed, dated and titled 'Markus Linnenbrink Kugeln III 1997-2002'.

  • Galerie Renate Schröder, Cologne

  • Cologne 2002/2003 (Galerie Renate Schröder), Markus Linnenbrink, Reflect what you are