Louisa Clement

fracture 8, 2016

Louisa Clement (*1987, Bonn) untersucht in ihrer künstlerischen Praxis, wie sich Identität im Zeitalter von Konsumästhetik, Digitalisierung und visueller Selbstinszenierung verändert. Ihre Arbeiten greifen häufig auf künstliche Körper, Avatare oder fragmentierte Darstellungen zurück, die den Menschen nicht porträtieren, sondern als Bild-Konstruktion sichtbar machen.

In Fracture 8 isoliert Clement ein künstliches Handfragment, ursprünglich entnommen aus der Welt des Schaufensters. Losgelöst aus seinem Kontext erscheint der Körperteil zugleich vertraut und fremd – eine Oberfläche ohne eigenes Subjekt. Die pastellfarbene Inszenierung und der präzise Bildschnitt verwandeln das Fragment in ein Zeichen: nicht für eine Person, sondern für ein Bild von Körperlichkeit.

Das Werk verhandelt, wie Identität heute über Bilder entsteht, sich auflöst und neu zusammensetzt. Der „Bruch“ im Titel verweist dabei nicht nur auf das fehlende Ganze, sondern auf eine zeitgenössische Selbstwahrnehmung, die zunehmend fragmentiert und medial vermittelt ist.

  • ink jet print

  • 45 x 23 cm

  • 5/5 + 2AP

  • The artist