Jörg Mandernach

Hideaway, 2017

Jörg Mandernach (*1963) verbindet in seinem Werk Porträt, Schrift und zeichnerische Codierungen zu Bildern, die Identität nicht zeigen, sondern unterbrechen. Seine Arbeiten verweigern die Lesbarkeit des Porträts und verhandeln Sichtbarkeit als Prozess – nicht als Darstellung.

In Hideaway überlagert Mandernach zwei Gesichter mit Schriftzügen und grafischen Linien, die wie ein Netz über der Bildfläche liegen. Malerei, Handschrift und geometrische Zeichnung agieren nicht miteinander, sondern gegeneinander. Das Porträt wird nicht zum psychologischen Blickfang, sondern zum Ort der Störung.

Die geschwungene Schreibschrift wirkt vertraulich, fast intim, ohne je lesbare Bedeutung preiszugeben. Sprache blockiert hier den Blick und ersetzt Erklärung durch Verschleierung. Im Kontrast dazu steht die kantige, rasterartige Form des zweiten Gesichts, die an digitalisierte Codes erinnert. Zwei Systeme der Wahrnehmung treffen aufeinander – Emotion und Algorithmus, Handschrift und Datenstruktur.

Hideaway versteckt nichts, es zeigt die Bedingungen des Versteckens. Identität erscheint nicht im Gesicht, sondern im Widerstand, den das Bild gegen seine eigene Entschlüsselung leistet. Die Unlesbarkeit wird zur Methode der Darstellung – nicht zum Mangel. Mandernach macht sichtbar, indem er Sichtbarkeit verhindert.

  • Acryl, Papierschnitt aus Magazincover

  • 28 × 40 cm

  • Unikat