Erwin Wurm
Ohne Titel, 2001
In seinen One Minute Sculptures erweitert Erwin Wurm den klassischen Begriff der Skulptur um Zeit, Handlung und den menschlichen Körper. Alltägliche Gegenstände werden zweckentfremdet und in ungewöhnliche Beziehungen zum Körper gebracht. Für einen kurzen Moment entsteht aus Mensch, Objekt und einer vorgegebenen Handlung eine Skulptur.
In der vorliegenden Arbeit wird eine alltägliche Situation ins Absurde verschoben. Mehrere Gabeln sind zwischen Gesicht, Kleidung und Körper der Protagonistin angeordnet. Ein vertrauter Gebrauchsgegenstand verliert seine ursprüngliche Funktion und wird zum skulpturalen Material. Die scheinbar einfache Handlung verlangt zugleich Konzentration und Balance – der Körper muss sich dem Objekt anpassen und eine Haltung einnehmen, die weder natürlich noch dauerhaft aufrechtzuerhalten ist.
Wurm interessiert sich dabei für die Grenzen zwischen Subjekt und Objekt, zwischen alltäglicher Handlung und künstlerischer Form. Während traditionelle Skulptur auf Dauer angelegt ist, existieren seine One Minute Sculptures nur für einen begrenzten Augenblick. Der menschliche Körper wird selbst zum Material und die Handlung zum eigentlichen Werk. Die Fotografie hält diesen flüchtigen Zustand fest und überführt ihn wiederum in ein dauerhaftes Bild.
Die für Wurm charakteristische Komik ist dabei nie reiner Selbstzweck. Indem er vertraute Gegenstände und Verhaltensweisen aus ihrem gewohnten Zusammenhang löst, macht er sichtbar, wie selbstverständlich wir unseren Körper, unsere Umgebung und gesellschaftliche Konventionen wahrnehmen. Das Absurde wird zur Methode, das Alltägliche neu zu betrachten.
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33 x 27 cm
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Fine Art Print auf Büttenpapier
AP VII/IX (Ed 25) rückseitig signiert.
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Galerie Krinzinger and the artist / Reprography 2026 Tamara Rametsteiner