Daniel Turner
Untitled 5150, 2011
Die Arbeiten von Daniel Turner entstehen aus industriellen Materialien, die in der Regel nicht als Bildträger gedacht sind. Metall, Öl, Lösungsmittel oder Reinigungssubstanzen werden von ihm oftmals extrahiert, erhitzt, verflüssigt, gepresst oder in neue Aggregatzustände überführt. Turner behandelt Material nicht als Objekt, sondern als Spuren von Orten, Arbeitsprozessen und Körpern. Seine Werke sind kondensierte Überreste von Infrastruktur – minimalistisch, aber in ihrer Herkunft aufgeladen.
Untitled 5150 besteht aus einem massiv wirkenden, schwarz glänzenden Materialkörper, der wie gefaltet, gezogen oder gestaucht erscheint. Die Oberfläche erinnert an Öl oder industriell veredeltes Metall – sie wirkt flüssig, obwohl sie zu harter Materie erstarrt ist. Das Werk trägt eine eigenartige Spannung zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen einem Prozesszustand und endgültiger Form. Turner interessiert hier weniger die Geste des Künstlers als die Transformation des Materials selbst: ein Zustand, der festhält, was eigentlich fließen, schmieren, verschleißen und verbraucht werden würde.
Die polierte Schwärze fungiert beinahe wie ein Spiegel, der nichts zurückgibt – ein undurchdringliches Echo industrieller Herkunft. Untitled 5150 wird so zu einer Art Speichermedium: Es kondensiert körperlose Prozesse wie Produktion, Verschmutzung, Reibung und Pflege. Das Werk wirkt minimal und gleichzeitig tief zeitlich – als hätte es sich aus einem industriellen Ablauf heraus abgelagert und endgültig verdichtet.
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bitumen emulsion, vinyl, wood
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44 x 36.5 cm (17 3/8 x 14 3/8 in.)
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Signed, titled and dated 'Daniel Turner "Untitled 5150" 11/13/11' on the turnover edge. Further signed 'Turner' along left and right turnover edge.