Christian Megert

Objekt 2015_ID41, 2015

Christian Megert gehört zu jener Generation der Zero-Künstler, die nicht mehr darstellen, sondern Bedingungen von Wahrnehmung selbst zum Material erklärt haben. Seit den frühen 1960er-Jahren setzt er dafür ein Medium ein, das jeder Betrachter in sich trägt, das aber zugleich außerhalb von ihm existiert: den Spiegel. In Objekt 2015_ID41 treffen Holz, Acryl, Spiegelglas und Plexiglas aufeinander, doch nicht als geschlossene Form, sondern als geometrische Öffnung im Raum.

Die schwarzen, kastenförmigen Elemente wirken wie scharf geschnittene Volumen, die sich um ein unsichtbares Zentrum gruppieren. Sie definieren eine Struktur, ohne sie auszufüllen. Entscheidend ist nicht, was dort steht, sondern was ausgelassen wird: Der Spiegel lässt das Leere zur aktiven Fläche werden. Das Werk zeigt kein Objekt – es macht dessen Abwesenheit sichtbar. Die Reflexion schneidet den Raum in Fragmenten zurück in das Bild und bindet den Betrachter unmittelbar in die Komposition ein.

Megerts Objekt existiert somit nie als unveränderliches Bild. Es entsteht immer neu aus dem Verhältnis zwischen Spiegel, Betrachter und Raum. Aus schwarzer Fläche wird Tiefenillusion, aus Material ein variabler Durchlass. Objekt 2015_ID41 formuliert eine zentrale Konsequenz der Zero-Idee: Licht und Reflexion sind keine Effekte, sondern Strukturen. Der Raum selbst wird zum Bildträger – die Wahrnehmung zur einzigen stabilen Form.

  • Holz, Spiegel, Acryl, Plexiglas

  • 42 x 32 x 12 cm

  • Unikat