Carsten Sander

Drei Frauen

Carsten Sander ist ein deutscher Fotograf, der Porträt nicht als Charakterdarstellung begreift, sondern als gesellschaftliche Form von Repräsentation. Seine Bilder kombinieren dokumentarische Genauigkeit mit bewusster Inszenierung und hinterfragen, wie Identität durch Pose, Raum und Blick konstituiert wird.

Drei Frauen zeigt drei weibliche Figuren in einem opulent wirkenden Interieur: vergoldetes Sofa, ornamentale Tapeten, darüber ein gemaltes Porträt. Die Komposition zitiert klassische Gruppenporträts, in denen Haltung, Position und Kleidung wichtiger sind als individuelle Erzählungen. Die Frauen wirken nicht wie porträtierte Persönlichkeiten, sondern wie Bildfiguren, deren Gestik – geneigter Kopf, gefaltete Hände, ruhige Präsenz – arrangiert erscheint.

Der gemalte Frauenkörper im Hintergrund fungiert als Spiegel dieser Repräsentation. Er bestätigt, dass auch das heutige Porträt in einem System von Darstellung steht: Frauen erscheinen nicht als Individuum, sondern als Form im ästhetisch codierten Raum. Die Fotografie verhandelt damit Porträt als Inszenierung – Repräsentation wird selbst zum Motiv.