Aniela Sobieski
See her play, 2020
Aniela Sobieski ist eine US-amerikanische Künstlerin, die klassische Porträttraditionen mit surreal anmutenden Motiven verbindet. Ihre Figuren erscheinen präzise ausgearbeitet und zugleich in symbolisch aufgeladenen Bildräumen verankert, die Stillleben, Bildnis und Inszenierung miteinander verbinden.
In See her play greift Sobieski diese Verbindung auf: Die Figur steht ruhig im Bildraum, fast wie für ein Porträt positioniert. Nichts in ihrer Haltung deutet auf eine spontane Spielbewegung hin; das „Spiel“ erscheint hier als Darstellung, nicht als Aktion. Hund, Blume und Vogel, die sie umgeben, verhalten sich nicht wie erzählende Figuren, sondern wie arrangierte Requisiten. Sie wirken wie Elemente eines Stilllebens – präsent, präzise ausgearbeitet, aber ohne narrative Funktion.
Selbst der Ball auf dem Kleid erscheint nicht als Objekt im Raum, sondern als Motiv innerhalb der Komposition. Er gehört zum Bild wie ein Attribut, nicht wie ein Gegenstand der Bewegung. So entsteht eine Szene, in der Kindheit nicht durch Handlung, sondern durch Form beschrieben wird: als etwas Dargestelltes, nicht als Erlebnis.
See her play zeigt kein Ereignis, sondern eine Inszenierung der Möglichkeit. Das Bild legt weniger fest, was geschieht, als wie es erscheint – als Verbindung von Porträt und Stillleben, von Figur und Bildmotiv.
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Bleistift auf Papier
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Unikat